Root-Server selbst gemacht

6. September 2007 – 21:06

Die bunten Werbeanzeigen der Hosting-Anbieter in den einschlägigen Zeitschriften sind nicht zu übersehen. Die Einstiegspreise für einen virtuellen Root-Server sind mit 10 Euro schon recht günstig. Nach 18 Monaten bei einem Dienstleister war meine Erfahrung jedoch die, dass die dafür gebotene Leistung trotzdem recht mager ist und das bezahlte Geld eigentlich nicht wert war. Der Blog reagierte langsam, SSH-Verbindungen bauten sich nur träge auf, ergo es machte einfach keinen Spaß.

Nachdem ich ein altes Notebook mit Pentium-3 Prozessor, 1GHz Taktfrequenz und 640MByte Speicher im Frühjahr ausmusterte und dieses Gerät somit kostenlos zur Verfügung stand, reifte die Idee einen Root-Server selber aufzubauen.

Als Betriebssystem kommt nun Debian 4 zum einsatz, angebunden ist der Rechner über eine DSL-Leitung von Arcor, die zur Zeit so ungefähr 4 MBit/s im Downstream und ca. 660kBit/s im Upstream bietet. Weiterhin wollte ich meine eigene Domain auf die DSL-Leitung legen. Dienste wie DynDNS bieten Subdomains für ihre eigenen Domains wie z.Bsp. homeunix.org kostenlos an. Möchte man allerdings seine eigene Domain selbst bei DynDNS per dynamischem DNS anbinden kanns teuer werden, zumal für den Mail-Austausch nochmal ein Paket extra geordert werden muß (Jahresgebühren: CustomDNS $24,95 und MailHop-Relay $39,95). Der aus Sachsen stammende Anbieter selfhost.de macht das für einen Euro pro Monat, inklusive 5 MB Mail-Relay. Für größere Nachrichten kann man ja immer noch einen Freehoster wie GMail nehmen, oder Dateien gleich per SCP auf den Rechner schieben.

Zur Domain-Verwaltung nutze ich seit mehreren Jahren die Dienste der Firma Domaindiscount24. Dort werden Domains unabhängig vom Provider zu günstigen Preisen verwaltet. Man verzichtet dadurch zwar auf die vom Hosting-Anbieter angebotene inklusiv-Domain (Bundling von Domain und Webspace), allerdings gestaltet sich ein Umzug zwischen einzelnen Webspace-Anbietern schnell und problemlos, da man selbst die IP-Adresse im NameServer nur zu ändern braucht. Daher ist man bei einem Providerwechsel auch nicht mehr dem Wohlwollen der Mitarbeiter ausgeliefert. Die Hotline-Mitarbeiter mancher Provider bringen Ihre Kunden mit der Bearbeitung von KK-Anträgen schier zur Verzweiflung. Grüße an dieser Stelle an meinen Kollegen Stefan der mit dem Provider-Wechsel der  Kindertagesstätte in München so seine Erfahrung machten mußte.

Unter diesen Bedingungen ist eine Kosten/Nutzen-Analyse schnell aufgestellt:

Posten Kosten/Monat Kosten/Jahr
Hardware € 0,00 € 0,00
Strom (mit Energiemonitor nachgemessen) € 2,50 € 30,00
Domain-Routing € 1,00 € 12,00
Domain-Verwaltung € 1,00 (.com) € 12,00
Summe € 4,50
€ 54,00

Die Einsparung beträgt somit mehr als 50% gegenüber einem € 10/Monat vServer Hosting-Vertrag. Würde man zusätzlich noch mit der Domain zu selfhost.de wechseln, wäre ein weiterer Euro im Monat gespart.

Als fazit läßt sich sagen, ja es hat sich gelohnt, sowohl von der Leistung her, wie auch finanziell. Ein eigenes System zu betreuen muß nicht teuer sein und der Zugriff auf den WebServer ist auch über eine eine DSL-Leitung schnell möglich! Schneller als beim ehemaligen Hoster ;-)

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